Barrierefreie PDFs, zugänglichere Dokumente

[1] Foto: Markus Winkler

Barrierefreiheit im phy­si­schen, wie im digi­ta­len Raum ist, zumin­dest für nicht direkt Betroffene, noch immer ein weit­ge­hend uner­schlos­se­nes Feld. Leider fin­det die­ses gesell­schaft­lich so wich­tige Thema nur lang­sam ins Bewusstsein von Entscheider:innen, Führungsverantwortlichen und Designer:innen. Das kann, muss und wird sich in Zukunft ändern –.

Denn der Zugang zu digi­ta­len Inhalten ist gerade für Menschen mit Beeinträchtigungen essen­ti­ell und eine wich­tige Voraussetzung für ein selbst­be­stimm­tes Leben. Barrierefreie Websites und auch alle zum Webangebot dazu­ge­hö­ri­gen PDFs sind zwar mitt­ler­weile in Deutschland für alle mit öffent­li­chen Geldern finan­zierte Projekte gesetz­lich vor­ge­schrie­ben, aber trotz­dem fin­den wir sie nur als sel­tene Ausnahmeexoten im deut­schen “Digitalisierungsneuland”. Das so wün­schens­werte Ziel einer inklu­si­ven Gesellschaft scheint in unse­rem wohl­ha­ben­den Industrieland noch in sehr wei­ter Ferne. Andere Staaten sind uns da bis­wei­len voraus.

Aber Firmen/​Organisationen kön­nen das pro­ak­tiv ändern. Und dies ist gleich aus meh­re­ren Gesichtspunkten ein Gewinn für sie. Warum nicht jetzt begin­nen und nach und nach alle inter­nen und öffent­lich dar­ge­bo­te­nen Dokumente in einer für alle zugäng­li­chen Weise prä­sen­tie­ren?  Mit bar­rie­re­freien Dokumenten pro­fi­tie­ren auch die Urheber selbst ganz neben­bei von zahl­rei­chen posi­ti­ven Seiteneffekten:

Argumente für barrierefreie digitale Dokumente:

  • bes­sere Lesbarkeit, nicht nur für beein­träch­tigte Rezipient:innen, durch struk­tu­rierte, seman­tisch aus­ge­zeich­nete Texte
  • erleich­terte Navigation durch unmit­tel­bare Direktnavigation (z.B. über Fußnoten, Inhaltsverzeichnis und Weblinkverweise)
  • Maschinenlesbarkeit und bes­sere Auffindbarkeit von Inhalten – ein nicht zu ver­ach­ten­der SEO-Vorteil
  • Effizienz, Portierbarkeit und Weiterverarbeitbarkeit von Inhalten (Medienneutralität und Mehrfachnutzung, Lesbarkeit mit unter­schied­li­chen, z.B. mobi­len Geräten)
  • gestei­gerte Reichweite durch Vermeiden von Ausgrenzung. Barriere freie Dokumenten kom­men nicht “nur” blin­den Menschen son­dern in grö­ße­rem Umfang auch ältere Personen oder Menschen, die vor­über­ge­hend bzw. situa­ti­ons­be­dingt (Eltern mit Kind auf dem Arm) in ihren Möglichkeiten ein­ge­schränkt sind.
  • legi­ti­mer Marketingvorteil durch bei­spiel­hafte inklu­si­vie­rende Initiativen, mehr Kund:inenaufmerksamkeit durch Sympatie und Vorreiterstellung
  • Erweiterte Chancen mit diver­se­ren Mitarbeiter:innen- und Rezipient:innengruppen
  • Rechtssicherheit. Seit Ende 2018 müs­sen alle öffent­li­chen Stellen auf­runde der EU-Richtlinie 2016/​2102 ihre neuen Office- oder PDF-Dokumente grund­sätz­lich bar­rie­re­frei ver­öf­fent­li­chen. Seit 23. Juni 2021 sind zusätz­lich elek­tro­ni­sche Verwaltungsabläufe bar­rie­re­frei zu gestalten.

References
1 Foto: Markus Winkler

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